1.2.4 Scheme in LilyPond importieren

Das Beispiel zeigt, wie man musikalische Ausdrücke aus der Eingabe in den Scheme-Auswerter „exportieren“ kann. Es geht auch andersherum. Indem man Scheme-Werte nach $ schreibt, wird ein Scheme-Wert interpretiert, als ob er in LilyPond-Syntax eingeben wäre. Anstatt \twice zu definieren, könne man also auch schreiben:

...
$(make-sequential-music newLa)

Mann kann $ zusammen mit einem Scheme-Ausdruck überall benutzen, wo auch \Bezeichnung gültig wäre, nachdem der Scheme-Ausdruck einmal einer Variable Bezeichnung zugewiesen worden ist. Der Austausch geschieht im Lexer, sodass LilyPond den Unterschied gar nicht merkt.

Ein negativer Effekt ist aber das Timing. Wenn man $ anstelle von # für die Definition von newLa im obigen Beispiel eingesetzt hätte, würde der folgende Scheme-Ausdruck fehlschlagen, weil traLaLa noch nicht definiert worden wäre. Zu einer Erklärung dieses Timingproblems siehe LilyPond Scheme-Syntax.

Eine weitere Bequemlichkeit können die „listentrennenden“ Operatoren $@ und #@ bieten, indem sie die Elemente einer Liste in den umgebenden Kontext einfügen. Wenn man sie einsetzt, hätte der letzte Teil des Beispiels auch so geschrieben werden können:

...
{ #@newLa }

Hier wird jedes Element der Liste, welche in newLa gespeichert ist, der Reihenfolge nach genommen und in die Liste eingefügt, als ob man geschrieben hätte:

{ #(first newLa) #(second newLa) }

In allen diesen Formen findet die Auswertung des Scheme-Codes statt, während die Eingabe noch gelesen wird, entweder im Lexer oder im Parser. Wenn man es später ausgeführt haben möchte, muss man Leere Scheme-Funktionen benutzen oder es in einem Makro speichern:

#(define (nopc)
  (ly:set-option 'point-and-click #f))

...
#(nopc)
{ c'4 }

Bekannte Probleme und Warnungen

Scheme- und LilyPond-Variablen können nicht gemischt werden, wenn man die ‘--safe’-Option benutzt.


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LilyPond – Extending