1.2.3 Eingabe-Variablen und Scheme

Das Eingabeformat unterstützt die Notation von Variablen: Im folgenden Beispiel wird ein musikalischer Ausdruck einer Variablen mit der Bezeichnung traLaLa zugewiesen:

traLaLa = { c'4 d'4 }

Variablen haben beschränkte Geltungsbereiche: im unten stehenden Beispiel enthält auch die \layout-Umgebung eine traLaLa-Variable, die sich aber von der traLaLa-Variable auf oberster Ebene unterscheidet:

traLaLa = { c'4 d'4 }
\layout { traLaLa = 1.0 }

Jede Eingabedatei ist solch ein Gültigkeitsbereich, und alle \header-, \midi- und \layout-Umgebungen sind Gültigkeitsbereiche, die in diesen obersten Gültigkeitsbereich eingebettet sind.

Sowohl Variablen als auch Gültigkeitsbereiche sind im Guile Modulsystem eingebaut. Ein anonymes Scheme-Modul wird jedem Gültigkeitsbereich angehängt. Eine Zuweisen in der Form von

traLaLa = { c'4 d'4 }

wird intern in die Scheme-Definition

(define traLaLa Scheme-Wert von `... ')

konvertiert.

Das bedeutet, dass LilyPond-Variablen und Scheme-Variablen frei gemischt werden können. Im folgenden Beispiel wird ein Notenfragment in der Variable traLaLa gespeichert und mit Scheme dupliziert. Das Resultat wird in eine \score-Umgebung mit einer weiteren Variable twice importiert:

traLaLa = { c'4 d'4 }

#(define newLa (map ly:music-deep-copy
  (list traLaLa traLaLa)))
#(define twice
  (make-sequential-music newLa))

\twice

[image of music]

Das ist ein interessantes Beispiel. Die Zuweisung findet erst statt, nachdem der Parser sichergestellt hat, dass nichts folgt, das Ähnlichkeit mit \addlyrics hat, sodass er prüfen muss, was als nächstes kommt. Er liest # und den darauf folgenden Scheme-Ausdruck, ohne ihn auszuwerten, so dass er weiterlesen und erst danach wird der Scheme-Code ohne Probleme ausführen kann.


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