2.4.3 Absolute Notenbezeichnungen

Bis jetzt haben wir immer \relative benutzt, um Tonhöhen zu bestimmen. Das ist die einfachste Eingabeweise für die meiste Musik. Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit, Tonhöhen darzustellen: durch absolute Bezeichnung.

Wenn man das \relative weglässt, werden alle Tonhöhen von LilyPond als absolute Werte interpretiert. Ein c' ist dann also immer das eingestrichene C, ein b ist immer das kleine h unter dem eingestrichenen C, und ein g, ist immer das große G – also die Note auf der letzten Linie im Bass-Schlüssel.

{
  \clef "bass"
  c'4 b g, g, |
  g,4 f, f c' |
}

[image of music]

Hier eine Tonleiter über vier Oktaven:

{
  \clef "bass"
  c,4 d, e, f, |
  g,4 a, b, c |
  d4 e f g |
  a4 b c' d' |
  \clef "treble"
  e'4 f' g' a' |
  b'4 c'' d'' e'' |
  f''4 g'' a'' b'' |
  c'''1 |
}

[image of music]

Wie leicht zu sehen ist, muss man sehr viele Apostrophe schreiben, wenn die Melodie im Sopranschlüssel notiert ist. Siehe etwa dieses Fragment von Mozart:

{
  \key a \major
  \time 6/8
  cis''8. d''16 cis''8 e''4 e''8 |
  b'8. cis''16 b'8 d''4 d''8 |
}

[image of music]

Alle diese Apostrophe machen den Quelltext schlecht lesbar und sind eine mögliche Fehlerquelle. Mit dem \relative-Befehl ist das Beispiel sehr viel einfacher zu lesen:

\relative c'' {
  \key a \major
  \time 6/8
  cis8. d16 cis8 e4 e8 |
  b8. cis16 b8 d4 d8 |
}

[image of music]

Wenn man einen Fehler durch ein Oktavierungszeichen (' oder ,) im \relative-Modus macht, ist er sehr schnell zu finden, denn viele Noten sind nacheinander in der falschen Oktave. Im absoluten Modus dagegen ist ein einzelner Fehler nicht so deutlich und deshalb auch nicht so einfach zu finden.

Trotz allem ist der absolute Modus gut für Musik mit sehr großen Sprüngen und vor allem für computergenerierte LilyPond-Dateien.


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LilyPond – Learning Manual