4.3.2 Größe von Objekten

Als Startpunkt wollen wir wieder ein früheres Beispiel wählen, siehe Musikalische Ausdrücke ineinander verschachteln. Hier wurde ein neues Notensystem erstellt, wie man es für ein ossia braucht.

\new Staff ="main" {
  \relative g' {
    r4 g8 g c4 c8 d |
    e4 r8
    <<
      { f c c }
      \new Staff \with {
        alignAboveContext = #"main" }
      { f8 f c }
    >>
    r4 |
  }
}

[image of music]

Ossia-Systeme werden normalerweise ohne Schlüssel und Taktangabe geschrieben, und sie werden etwas kleiner als das Hauptsystem gesetzt. Wie man Schlüssel und Taktangabe entfernt, wissen wir schon: wir setzen den Stencil von beiden auf #f:

\new Staff ="main" {
  \relative g' {
    r4 g8 g c4 c8 d
    e4 r8
    <<
      { f8 c c }
      \new Staff \with {
        alignAboveContext = #"main"
      }
      {
        \override Staff.Clef.stencil = ##f
        \override Staff.TimeSignature.stencil = ##f
        { f8 f c }
      }
    >>
    r4
  }
}

[image of music]

wobei ein zusätzliches Klammerpaar nach der \with-Konstruktion erforderlich ist um sicherzugehen, dass die Modifikation und die Noten sich auch auf das Ossia-System beziehen.

Was für einen Unterschied macht es, ob man den Staff-Kontext mit \with verändert, oder ob man die Stencils mit \override beeinflusst? Der größte Unterschied liegt darin, dass Änderungen, die mit \with eingeführt werden, während der Erstellung des Kontextes miterzeugt werden und als Standardeinstellungen für diesen Kontext während seiner gesamten Dauer gelten, während \set- oder \override-Befehle dynamisch in die Noten eingebettet werden – sie führen die Änderungen synchron mit einem bestimmten Zeitpunkt in der Musik aus. Wenn die Änderungen mit \unset oder \revert rückgängig gemacht werden, werden wieder die Standardwerte eingesetzt, die also die sind, die mit einer \with-Konstruktion definiert wurden, oder wenn hier keine definiert worden sind, die normalen Standardwerte.

Manche Kontexteigenschaften können nur ein einer \with-Konstruktion verändert werden. Das sind Eigenschaften, die nicht sinnvoll mitten im System geändert werden können. alignAboveContext (Orientierung über dem Kontext) und die Parallele, alignBelowContext (Orientierung unter dem Kontext) sind zwei derartige Eigenschaften – wenn das Notensystem einmal erstellt wurde, ist die Orientierung schon bestimmt und es wäre nicht sinnvoll, sie später zu ändern.

Die Standardwerte für Layout-Objekt-Eigenschaften können auch in der \with-Konstruktion gesetzt werden. Benutzen Sie einfach den normalen \override-Befehl ohne den Kontext, denn der Kontext ist eindeutig definiert durch die Stelle, an welcher sich \with befindet. Wenn an dieser Stelle ein Kontext angegeben wird, produziert LilyPond eine Fehlermeldung.

Das obige Beispiel könnte also auch so aussehen:

\new Staff ="main" {
  \relative g' {
    r4 g8 g c4 c8 d
    e4 r8
    <<
      { f8 c c }
      \new Staff \with {
        alignAboveContext = #"main"
        % Don't print clefs in this staff
        \override Clef.stencil = ##f
        % Don't print time signatures in this staff
        \override TimeSignature.stencil = ##f
      }
      { f8 f c }
    >>
    r4
  }
}

[image of music]

Nun können wir daran gehen, auch wirklich die Größe der Objekte zu ändern.

Manche Layout-Objekte werden aus Glyphen erstellt, die sich in einer Schriftartdatei befinden. Dazu gehören die Notenköpfe, Versetzungszeichen, Text, Schlüssel, Taktbezeichnung, Dynamik und Gesangstext. Ihre Größe wird verändert, indem die font-size- (Schriftgröße)-Eigenschaft geändert wird, wie wir bald sehen werden. Andere Layout-Objekte, wie Bögen – oder allgemein Strecker-Objekte – werden individuell gezeichnet, es gibt dazu also keine font-size, die mit ihnen verknüpft wäre. Weitere Eigenschaften wie die Länge von Hälsen und Taktlinien, Dicke von Balken und anderen Linien und der Abstand der Notenlinien voneinander müssen auf spezielle Weise verändert werden.

In unserem Ossia-Beispiel wollen wir zuerst die Schriftgröße verändern. Das ist auf zwei Arten möglich. Entweder wir ändern die Schriftgröße für jede Objektart mit einem eigenen Befehl, etwa:

\override NoteHead.font-size = #-2

oder wir ändern die Größe aller Schriftobjekte, indem wir den Wert einer besonderen Eigenschaft, fontSize, mit dem \set-Befehl bestimmen oder sie in eine \with-Konstruktion (ohne \set einschließen.

\set fontSize = #-2

Beide Beispiele reduzieren die Schriftgröße um zwei Schritte im Vergleich zum vorigen Wert, wobei jeder Schritt die Schriftgröße um etwa 12% verändert.

Setzen wir das also in unserem Ossia-Beispiel ein:

\new Staff ="main" {
  \relative g' {
    r4 g8 g c4 c8 d
    e4 r8
    <<
      { f8 c c }
      \new Staff \with {
        alignAboveContext = #"main"
        \override Clef.stencil = ##f
        \override TimeSignature.stencil = ##f
        % Reduce all font sizes by ~24%
        fontSize = #-2
      }
      { f8 f c }
    >>
    r4
  }
}

[image of music]

Das sieht aber immer noch nicht richtig aus. Die Notenköpfe und Fähnchen sind kleiner, aber die Hälse im Vergleich dazu zu lang und die Notenlinien zu weit auseinander. Sie müssen auch proportional zur Schriftart verkleinert werden. Der nächste Abschnitt behandelt diese Anpassung.


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