Schriftartdesign

Ein wichtiger Faktor für die traditionelle Wirkung, die LilyPonds Notenbild erreicht, ist der Graufaktor der Seite. Durch die Verwendung von dickeren Notenlinien und einer Schriftart, die darauf abgestimmt ist, wirkt der Gesamteindruck sehr viel kräftiger. Das wird sofort deutlich in den folgenden Beispielen:
Henle (2000) Bärenreiter (1950) LilyPond (2003)

Ein weiterer typischer Aspekt eines handgravierten Notenbildes ist das allgemeine Design der Zeichen. Sie haben fast nie scharfe Kanten. Das rührt daher, dass scharfe Ecken an den Stempeln sehr schnell schartig werden, wenn man sie in Metall schlägt. Diese rundliche Form wurde auch für die Symbole unserer „Feta“-Schriftart herausgearbeitet.

Abstände

Eins der Probleme, dass von dem oben erwähnten Bach-Stück angeregt wurde, ist die Einstellung der Abstände. Der Formatierer beherrscht den optischen Ausgleich. Das soll des Beispiel unten beleuchten:

In diesem Ausschnitt kommen nur Viertel vor, Noten, die in einem gleichmäßigen Rhythmus gespielt werden. Die Abstände sollten das wiederspiegeln. Leider lässt uns aber das Auge im Stich: es beachtet nicht nur den Abstand von aufeinanderfolgenden Notenköpfen, sondern auch den ihrer Hälse. Also müssen Noten, deren Hälse in direkter Folge zuerst nach oben und dann nach unten ausgerichtet sind, weiter auseinander gezogen werden, während die unten/oben-Folge engere Abstände fordert; und das alles auch noch in Abhängigkeit von der vertikalen Position der Noten. Das obere Beispiel ist mit dieser Korrektur gesetzt, das unter ohne. In letzterem Fall bilden sich für das Auge bei unten/oben-Folgen Notenklumpen mit schmalen Abständen zwischen den Notenhälsen.

Hilfslinien

Hilflinien sind typographisch schwierig. Sie können leicht mit anderen Zeichen verschmelzen, wie etwa anderen Hilfslienien oder Vorzeichen. Andere Programme lösen dieses Problem, indem sie die Notenzeichen weiter auseinander setzen (so dass sie mehr Platz brauchen), oder indem sie die Hilflinien generell kürzen (wodurch die Lesbarkeit behindert wird).
   
Henle (2000) Bärenreiter (1950) LilyPond (2004)
Notenstecher der alten Schulen würden die Länge der Hilfslinie abhängig von den umgebenden Symbolen anpassen. LilyPond unternimmt das gleiche. Hilfslinien werden verkürzt, so dass sie nicht mit umgebenden Linien zusammenstoßen, und sie werden verkürzt wenn vor der Note ein Vorzeichen steht.

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